Morbus Waldenström

Morbus Waldenström (auch Waldenström‘s Makroglobulinämie, WM) ist eine seltene Blutkrebserkrankung aus der Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Es wird angenommen, dass die Erkrankung durch eine plötzlich auftretende Veränderung in der Erbinformation (Genmutation) eines B-Lymphozyten ausgelöst wird. B-Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutzellen, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Als Folge der Genmutation findet nun eine gesteigerte Vermehrung dieser abnormen B-Lymphozyten statt. Für die Immunabwehr sind sie funktionslos, sammeln sich aber im Knochenmark sowie den lymphatischen Organen an, was langfristig die Bildung anderer Blutzellen behindert und entsprechende Beschwerden verursacht. Zudem wird von den malignen B-Lymphozyten der – nun ebenfalls funktionslose – Antikörper IgM produziert. Eine Überproduktion des Antikörpers und dessen Anreicherung im Blut führt zur Zähflüssigkeit des Blutes (Hyperviskosität).

Als Folge dieser Vorgänge können Symptome wie Erschöpfung, erhöhte Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Fieber und/oder Gewichtsverlust auftreten. Kennzeichen eines Hyperviskositätssyndroms sind Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- und Hörstörungen sowie Nervenschmerzen. Bei Diagnosestellung sind allerdings noch ca. 25% der Patient*innen beschwerdefrei. In einem Zeitraum von 3-10 Jahren entwickeln im Anschluss 40-70% der Betroffenen Symptome.

Inzidenz von Morbus Waldenström in Europa und Deutschland

In Deutschland sind ca. 4000-5000 Menschen von der Krankheit betroffen, wobei Männer häufiger erkranken als Frauen. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung sind Patient*innen im Durchschnitt 63-75 Jahre alt.

Morbus Waldenström ist eine langsam fortschreitende, chronische Erkrankung, die – zum derzeitigen Stand der Forschung – noch nicht heilbar ist. Es stehen aber Therapien zur Verfügung, die den Krankheitsprozess wirksam verlangsamen können. Ziel jeder Therapie ist die Verzögerung des Krankheitsprozesses bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer guten Lebensqualität.